Die Bosch Hockenheim Historic 2018

Die Bosch Hockenheim Historic vom 20. – 22. April 2018 findet zu Ehren des schottischen Formel-1-Weltmeisters Jim Clark statt, welcher am 7. April 1968 im ersten Lauf um den Martini Gold Cup auf dem Hockenheimring tödlich verunglückte.

Veranstaltung mit hohem Erlebniswert für die ganze Familie ; Von 20. bis 22. April spektakulärer historischer Rennsport mit 16 Serien ; Rahmenprogramm mit Spaßfaktor für die ganze Familie ; Zugang zu Fahrerlager/Boxen für Zuschauer frei

Die „Bosch Hockenheim Historic – Das Jim Clark Revival“ ist eine in vielerlei Hinsicht außergewöhnliche Veranstaltung. Vom 20. bis 22. April empfängt sie die Besucher mit offenen Armen am Hockenheimring Baden-Württemberg: freier Zugang zum Fahrerlager, keine Security vor den Teamgaragen, Open House im Kongress-Pavillon zur großen Jim-Clark-Ausstellung. Auch auf dem Boxendach sind alle willkommen. Dort locken Stände mit Devotionalien rund um den historischen Rennsport, Spiele für Kinder – und eine Party mit Live-Musik. Eine Attraktion ist auch das Markenclubareal mit seinen ungezählten Liebhaberfahrzeugen. Der Veranstalter setzt alles daran, dass die Besucher das „Erlebnis historischer Rennsport“ einfach nur genießen können. Im Vorjahr kamen knapp 20.000 – darunter auffallend viele Familien.

Das „Jim Clark Revival“ wurde zu Ehren des legendären schottischen Formel-1-Weltmeisters ins Leben gerufen. Am 7. April 2018 jährt sich sein tragischer Unfalltod auf dem Hockenheimring zum 50. Mal.

Historische Rennfahrzeuge aus allen Klassen und Epochen

Im Mittelpunkt stehen die historischen Rennfahrzeuge aus allen Epochen und Klassen. 16 verschiedene Serien sorgen dafür, dass es auf dem Grand-Prix-Kurs drei Tage lang rundgeht. Bei ihrer Premiere im Rahmen der Bosch Hockenheim Historic werden die „Tourenwagen Classics“ die Herzen der Zuschauer im Sturm erobern. Wetten? Nur drei Jahre nach ihrer Gründung begeistern veritable Starterfelder von teilweise über 50 Tourenwagen aus den 80er- und 90er-Jahren, etwa mit DTM-Autos von Ellen Lohr, Klaus Ludwig oder Roland Asch. Als Streckensprecher fungiert, wie in den guten alten Zeiten, Fanliebling Rainer Braun.

BOSS GP, CanAm-Cup – wehe, wenn sie losgelassen

Traditionspartner und Publikumsmagnet: die „BOSS GP“-Serie (Big Open Single Seater). Deren Hauptattraktion sind Formel-1-Boliden jüngeren Datums – aus der stimmgewaltigen Zehnzylinderzeit. Ohrenstöpsel sind ein Muss (für Kinder ganztags!). Das gilt auch, wenn die wilden Exemplare des CanAm-Cups losgelassen werden, mit atemberaubendem Speed und nervenzehrender Geräuschkulisse. Der Raceclub Germany powered by FNT besticht durch einen Mix aus F1- und F-3000-Boliden. Und auch der Raceclub Germany lässt sich nicht lumpen, etwa mit dem Formel-1-Toyota von Timo Glock, dem 1984er Williams-Honda von Keke Rosberg – und als absolutem Hingucker dem Ferrari von Michael Schumacher von 1997! Die Besitzer dieser exquisiten Preziosen planen freilich keinen Zweikampfsport. Gepflegte Präsentationsfahrten sind hier das Fortbewegungsmittel der Stunde.

Zur Sache geht’s dagegen bei der Spezial Tourenwagen Trophy und der Youngtimer Touring Car Challenge, beide mit bunten Starterfeldern. Oder der FIA Lurani Trophy, der Triumph Competition und der Historic Racecar Association. Spannende Rennen verspricht auch der Lotus Cup Europe. Die Serie erinnert besonders an Jim Clark; schließlich begründete er die „Faszination Lotus“.

Große Jim-Clark-Ausstellung im Kongress-Pavillon

Auch das Highlight der Ausstellungen widmet sich 50 Jahre nach seinem Unfalltod am 7. April 1968 auf der Waldgeraden Jim Clark. Der zweimalige Weltmeister aus Schottland galt schon zu Lebzeiten als Legende. Das schwarze Wochenende ist Mittelpunkt der Ausstellung im Kongress-Pavillon, etwa mit Fotos oder Autogrammkarten von Zeitzeugen. Außerdem wird der Lotus 49B/R10 aus dem Jahr 1967, mit dem Graham Hill im darauffolgenden Jahr den Grand Prix von Monaco gewonnen hat, die Exponate komplettieren.

Tags ist das Boxendach ein Eldorado für Familien (historischer Jahrmarkt, Dosenwerfen, Modenschau u.v.m.). Und wenn am Samstagabend alle eigentlich schon ermattet sind, wirkt die Boxendachparty mit der beliebten Coverband „Me and the Heat“ als Weckruf. Für zehn Euro kann man am Freitag mal Probegucken, je 30 Euro kostet ein Tagesticket für Samstag oder Sonntag, 45 das Wochenende, Rollstuhlfahrer und Kinder unter 14 Jahren haben freien Eintritt – Fahrerlager und freie Sitzplatzwahl inklusive. Tickets gibt’s über den Online-Ticketshop oder unter der Hotline +49(0)6205 950-222.

Das volle Programm

Der Canadian-American Challenge Cup, kurz CanAm-Cup genannt, bestreitet auch 2018 wieder seinen Saisonauftakt bei der Bosch Hockenheim Historic. Die quietschbunten und donnernden Boliden werden die Besucher wieder in ihren Bann ziehen. Traditionell sorgen die Kultautos wie McLaren M8 oder Porsche 917 für Gänsehaut bei den Zuschauern. Von 1966 bis 1974 degradierte die damals spektakulärste Rennserie der Welt die Formel 1 zu einem Spiel der Langweiler, denn beim Canadian-American Challenge Cup war alles möglich und vor allem alles erlaubt: Es gab keine Grenzen. Die CanAm-Boliden hatten hinsichtlich Power, Speed und Attraktivität keinerlei Rivalen. Freuen Sie sich deshalb schon heute auf dieses spektakuläre Erlebnis. www.canadian-american-challenge-cup.com

Auch 2018 werden sich die Big Open Single Seater (kurz: BOSS) bei der Bosch Hockenheim Historic vom 20. – 22. April 2018 präsentieren. Neben den Formel-1-Boliden der vergangenen Jahre finden sich in der ‚BOSS GP’ auch die Fahrzeuge der Formel 2 (GP2), IndyCar, World Series by Renault, Auto GP, Superleague Formula und Formel 3000 aller Jahrgänge. Die Performance dieser Boliden ist nach wie vor atemberaubend, die fliegenden Starts extrem laut, die Rennen schnell und furios! www.bossgp.com

Die Triumph Competition & British HTGT 2018 ist eine durch die FIA international anerkannte historische Rennserie des TR-Register Deutschland e.V. In den Wettbewerben der Triumph Competition & British HTGT weisen die Fahrerfelder neben der gesamten Triumph-Palette vom Spitfire bis zum TR8, regelmäßig die verschiedensten Modelle der Marken Austin Healey, Jaguar, Marcos, MG, Morgan, TVR u.v.m. bis zum Baujahr 1981 auf. www.triumph-competition.de

Tourenwagensport mit Fahrzeugen aus den späten 80er Jahren erfreut sich zunehmend größerer Beliebtheit. Im Rahmen der Bosch Hockenheim Historic dürfen sich Besucher erstmals auf die seit 2015 bestehende „Tourenwagen Classics“ freuen. Die Boliden der Serie stammen aus der sogenannten Goldenen Ära des Motorsports und erfreuen sich an Ex-DTM, -STW, oder –Gruppe-N-Tourenwagen. www.tourenwagen-classics.de

2018 bestreitet die Historische Formel 2 ein beeindruckendes 10-Runden-Programm, das auf einigen der besten Strecken Europas stattfinden wird. Der Wettkampf, der vom englischen Historic Sports Car Club (HSCC) organisiert wird, steht für Wagen offen, die nach den damals gültigen Regelungen für die Formel 2, Formel Atlantic und Formel B gebaut wurden, und zwar von 1967 bis Ende der Saison 1978. Später hergestellte Autos, bei deren Bauweise die Ground-Effekt-Technologie genutzt wurde, sind nicht zugelassen. www.hscc.org.uk

Schöne Menschen, schöne Autos aus der großen Ära des Rennsports, spannende und faire Rennen, ein für das Publikum offenes Fahrerlager und jede Menge gemeinsamer Spaß. All das bietet die UPS4ALL Youngtimer Touring Car Challenge auch 2018 bei Bosch Hockenheim Historic. „Wir sind hier, um die Fans, Organisatoren, die Familie und natürlich uns selbst Unterhaltung zu bieten“, sagt YTCC-Organisator Randall Lawson. „Beim Rennen geht es nur darum, mit seinem Rennwagen so schnell wie möglich zu fahren, auf der Strecke mit den anderen Fahrern eine Menge Spaß zu haben und außerdem darum, dieses Privileg gemeinsam mit den anderen Teilnehmern im Fahrerlager zu genießen und zu feiern, dass man dabei sein darf. Natürlich lässt man den Fahrer oder die Fahrerin vor sich nicht den Kampf auf der Strecke gewinnen – aber auch nur deshalb nicht, weil der Verlierer abends das Bier bezahlt. Und am Ende geht es im Rennsport doch nur darum.“ Die UPS4ALL YTCC hat sich als die Rennserie bewährt, bei der einfach jeder gerne mitfahren möchte. Und das kann man mit Tourenwagen, Sportwagen, Prototypen und sogar den Wagen von Le Mans und Imsa bis 1990. www.ytcc.nl

Am 25. April 1958 fand in Monza das erste Rennen der Formel Junior statt, also beinahe auf den Tag genau 60 Jahre vor der diesjährigen Bosch Hockenheim Historic. 1975 war sie die erste historische Rennklasse, die wieder zum Leben erweckt wurde. Im Jahr 1996 wurde mit der FIA Lurani Trophy die erste FIA-Meisterschaft eröffnet, die von ihrer eigenen Gruppe geleitet werden durfte. www.formulajunior.com

Der Raceclub Germany ist ein Zusammenschluss motorsportbegeisterter Formel-Fahrzeug-Besitzer ganz Europas, die Motorsportgeschichte ambitioniert leben und weitergeben wollen. Die Auftritte bieten immer das gewisse Etwas, denn im Starterfeld finden sich Formel-Fahrzeuge aller Kategorien und Klassen. Die Sicherheit der Fahrer sowie der Werterhalt der Fahrzeuge hat hier oberste Priorität, so wird grundsätzlich nur in Form von Präsentationsläufen gestartet. Diese sind jedoch nicht minder spannend, denn das Starterfeld stellt optisch wie akustisch einen Höhepunkt jedes Events dar. www.raceclub-germany.de

Seit nunmehr über 30 Jahren freut sich die Spezial Tourenwagen Trophy (STT) über begeisterte Zuschauer auf den Tribünen. Kaum eine Rennserie existiert bereits so lange in der deutschen Motorsportlandschaft und meistert dabei eindrucksvoll den schwierigen Spagat zwischen Tradition und Moderne. Auch in diesem Jahr treten die Boliden mit ihren breiten Kotflügeln und überdimensionalen Heckspoilern wieder bei der Bosch Hockenheim Historic an. STT steht aber nicht nur für PS-starke Boliden, dröhnende Motoren oder großes Flügelwerk, sondern auch für Kameradschaft und fairen Umgang miteinander, ob auf der Rennstrecke oder danach im Fahrerlager. www.spezial-tourenwagen-trophy.de

Rennwagen, die im Historic Racecar Association e. V. (kurz HRA) vertreten sind haben vor allem eines gemeinsam: sie bieten nur einen Sitzplatz, haben kein Dach über dem Fahrerkopf und dienen nur einem Zweck, nämlich Rennen zu fahren. Meist sammelte so manch spätere Motorsport-Legende in einem dieser Boliden das Rüstzeug für die spätere Karriere, denn die kleineren Formelserien gelten seit eh und je als ideale Ausbildungsmaßnahme zur Förderung junger Rennsporttalente. Unterteilt in insgesamt sieben verschiedene Rennklassen, kämpfen die historischen Rennfahrzeuge der HRA um den Titel der ‚HRA German Open‘-Meisterschaft. Ihre erste Station heißt in diesem Jahr: Bosch Hockenheim Historic – Das Jim Clark Revival. www.hra-online.de

Die spannenden Rennen, die Jim Clark einst in seinem Lotus-Boliden bestritt, finden auch in der heutigen Zeit noch statt. Der Lotus Cup Europe ist weltweit die einzig offizielle Lotus-Rennserie und bietet Besuchern durch das breit gefächerte Starterfeld jedes Jahr aufs Neue eine fesselnde Show auf der Rennstrecke. Auch 2018 beginnt die Saison der Rennserie wie gewohnt bei der Bosch Hockenheim Historic im April. www.lotrdc.com

Jim Clark Biographie 04.März 1936 – 07.April 1968

 James „Jim“ Clark junior, (* 4. März  1936 in Kilmany, Fife, Schottland; † 7. April 1968  in Hockenheim)

Jim Clark gilt bis heute als einer der besten Formel-1-Piloten der Geschichte und wurde zum Vorbild für zahlreiche spätere Weltmeister, darunter Jackie Stewart, Alain Prost und Ayrton Senna. Seine 25 Siege in zur Fahrer-Weltmeisterschaft zählenden Grand Prix stellten bei seinem Tod Formel-1-Rekord dar.

Tödlicher Unfall

Nachdem sein F2-Wagen in der Woche zuvor in Barcelona beschädigt wurde, aber ein Einsatz für Ford beim Sportwagenrennen in Brands Hatch nicht zustande kam, trat er doch auf dem Hockenheimring an, nachdem er am Abend zuvor im Aktuellen Sportstudio interviewt wurde. Im Regen verunglückte der 32-Jährige im für ihn völlig unbedeutenden Formel-2-Rennen tödlich, vermutlich infolge eines schleichenden Plattfußes und Reifenschadens, als er auf der Waldgeraden nach dem Motodrom von der Piste abkam und mit seinem Lotus 48 gegen einen Baum schleuderte. Es gab keinen Augenzeugen, da an dieser Stelle keine Zuschauer standen und die Konkurrenten zu weit hinter Clark waren, der zum Zeitpunkt des Unfalls an für ihn ungewohnter Position im Mittelfeld fuhr. Die von Lotus-Chef Colin Chapman in Auftrag gegebene Untersuchung des Unfalls durch Peter Jowitt, einen auf Unfallermittlungen von Militärflugzeugprototypen spezialisierten Ingenieur, ergab, dass Jim Clark keine Chance hatte. Auf dem Waldboden versuchte er noch mit Maximaldrehzahl das Fahrzeug in eine andere Richtung zu steuern, doch durch die Vielzahl der Bäume fehlte der Platz und es kam zu dem fatalen seitlichen Einschlag. Jowitt kam zu dem Ergebnis, dass ein Reifenschaden ursächlich für das Unglück war. Erst später wurden Leitplanken in Hockenheim aufgestellt, Sicherheitsstreifen angelegt und nahe seiner Unfallstelle eine Bremsschikane errichtet, die Jim-Clark-Schikane genannt wurde. An der Unglücksstelle wurde ein Gedenkstein errichtet, der im Zuge der umfangreichen Umbauarbeiten am Hockenheimring (Verkürzung und geänderte Streckenführung, um weiterhin „Formel-1-tauglich“ zu sein) in Richtung Motodrom versetzt wurde.

Clarks Tod erschütterte den gesamten Rennsport bis in seine Grundfesten und schockierte insbesondere die Fahrerkollegen. Juan Manuel Fangio sagte noch kurz vor seinem Tod im Jahre 1995, dass seiner Meinung nach Jim Clark der mit Abstand größte Fahrer aller Zeiten sei. Bereits in seinem Nachruf auf Clark im April 1968 äußerte er unumwunden: „Er war besser als ich.“ Eine vergleichbare Reaktion gab es lediglich noch einmal in der langen Geschichte der Formel 1, 26 Jahre später mit dem Tod Ayrton Sennas. Jene Jahre des Rennsports waren von einer ganzen Reihe von tödlichen Unfällen in den Topkategorien des Motorsports überschattet: Zwischen 1967 und 1971 kamen Lorenzo Bandini (Ferrari, Monaco), Lucien Bianchi (Alfa Romeo, Le Mans), Mike Spence (Indianapolis), Piers Courage (Zandvoort), Ludovico Scarfiotti (Bergrennen Roßfeld), Bruce McLaren (Goodwood), Jochen Rindt (Monza), Pedro Rodriguez (Norisring) und Jo Siffert (Brands Hatch) in ihren Rennwagen ums Leben.

Genau Infos unter: http://www.hockenheim-historic.de/jim-clark/

25.000 Zuschauer genießen historische Rennen und ehren Jim Clark

• Rekordzuschauerkulisse bei strahlendem Sonnenschein • Zum 50. Todestag von Jim Clark kommen zahlreiche Weggefährten • Rund 500 historische Rennfahrzeuge im Motodrom

Leidenschaft für historischen Rennsport in all seinen Facetten – davon ließen sich 25.000 Zuschauer bei der Klassikveranstaltung „Bosch Hockenheim Historic – Das Jim Clark Revival“ anstecken. Rund 500 historische Rennwagen aus allen Klassen und Epochen boten von 20. bis 22. April auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg ein großartiges Spektakel – sowohl optisch als auch akustisch. Im Fahrerlager, in den Teamgaragen und auf dem Boxendach genossen sichtlich begeisterte Besucher das reichhaltige Rahmenprogramm. Das Motodrom vibrierte förmlich. Und auch das Interesse an den Autogrammstunden „historischer Promis“ wie Jochen Mass, Christian Danner, Kurt Brixner, Marco Werner oder Ellen Lohr war bei großen und kleinen Fans riesig. Die ehemalige DTM-Fahrerin und -Siegerin Ellen Lohr urteilte: „Das ist hier schlicht die beste historische Veranstaltung, die es gibt!“

Ausstellungen, Gesprächsrunde, Kranzniederlegung als Würdigung Jim Clarks

Im Mittelpunkt der Bosch Hockenheim Historic stand traditionsgemäß auch jener Rennfahrer, zu dessen Ehren die Veranstaltung jedes Jahr stattfindet: Jim Clark. Am 7. April 2018 jährte sich der Unfalltod des zweimaligen Formel-1-Weltmeisters auf dem Hockenheimring zum 50. Mal. Die Würdigung des Fahrgenies und liebenswerten Menschen Clark zog sich gleichsam wie ein roter Faden durch die drei Tage. Aus Anlass des Todestages waren Weggefährten und Zeitzeugen geladen, darunter auch zwei nahe Verwandte aus Schottland sowie Clive Chapman, Sohn des Lotus-Gründers und Clark-Förderers Colin. Die Kranzniederlegung am Jim-Clark-Memorial war in Anwesenheit der Gäste extrem berührend. „Wir sind erstmals und mit gemischten Gefühlen nach Hockenheim gereist“, sagte Clarks Cousin Doug Niven. „Zu sehen, wie die Erinnerung an Jimmy hier wachgehalten wird, beeindruckt uns sehr.“ Die Gäste aus Schottland durften am Ende einen Scheck der Hockenheim-Ring GmbH und des Badischen Motorsport Clubs in Höhe von 5.000 Euro mitnehmen, um den Aufbau eines neuen Jim-Clark-Museums in seiner Heimat zu unterstützen. Zur Gedenkminute am Sonntagnachmittag erhoben sich die Zuschauer von ihren Sitzen – wie schon vor 50 Jahren.

Bewegend war auch die Gesprächsrunde mit Zeitzeugen am Sonntag – mit Clarks Cousin Doug Niven, seinem Neffen Ian Calder, dem ehemaligen Lotus-Finanzchef Warren King, dem Renn-Stewart von 1968, Grahame White, dem Ex-DTM-Piloten Roland Asch und dem ehemaligen Formel-1-Piloten Jochen Mass. Auch der deutsche Fotograf Werner Eisele war dabei. Er kam damals zusammen mit einem Streckenposten als Erster an den Unfallort. „Wir haben gedacht, Jim sei nur bewusstlos“, erinnert sich der bald 80-Jährige. „Ich habe Fotos gemacht, um sie ihm zu zeigen, wenn er aufwacht.“ Auch Grahame White sagt: „Wir konnten es einfach nicht glauben. Jim Clark konnte nicht tot sein. Nicht er, der Beste überhaupt!“

Die traditionelle Jim-Clark-Ausstellung berührte auch 2018 mit neuen Fundstücken zu Clark, etwa Aufsätzen schottischer Schulkinder. Auch ein von Colin Chapmans Sohn Clive zur Verfügung gestellter Original-Renn-Lotus war Teil der Exponate. „Ich war einige Jahre nicht bei der Veranstaltung“, sagte Clive Chapman, „und ich bin positiv überrascht, wie großartig sie sich entwickelt hat.“ Sein Besuch krönte außerdem die öffentliche Präsentation des neuen Lotus Exige Type 25 im Fahrerlager. Das Auto ist eine Referenz der Marke an einen der erfolgreichsten und einflussreichsten Rennwagen aller Zeiten – den Lotus 25.

Mitten ins Herz zielte auch die stark vergrößerten Fotos aus dem Buch „Jim Clark Racing Hero“ sowie der Film „Das letzte Rennen eines Stars“ über jenen 7. April 1968. Auch im Fahrerlager erinnerte eine kleine, aber feine Fahrzeugausstellung an Clark.

Pure Leidenschaft auf dem Grand-Prix-Kurs – mit Formel- und Tourenwagen

Eines der Highlights auf dem Grand-Prix-Kurs war die BOSS-GP-Serie (Big Open Single Seater). Die Zehnzylinder der Formel-1-Boliden und die Achtzylinder der GP2-Monoposti sorgten beim fliegenden Start für einen Höllenlärm, wie ihn eingefleischte Fans lieben. Die Favoriten Ingo Gerstl (Toro Rosso STR) und Phil Stratford (Benetton B197) wurden ihrer Rolle gerecht – jeweils Platz eins und zwei für die Platzhirsche in den ersten beiden von 14 Saisonläufen. Gerstl gewann samstags mit 0,3 Sekunden Vorsprung! Die BOSS GP wird im Juli erstmals im Rahmen des Formel-1-Grand-Prix in Hockenheim starten. Laut, böse, spektakulär – das war der CANADIAN AMERICAN Challenge Cup. Samstags holte sich Felix Haas im Lola T 294 den Sieg, sonntags Georg Hallau im Lola T310. McLaren eroberte die weiteren Podestplätze. Ein weiterer Höhepunkt: die Saisonauftaktrennen der Historischen Formel 2 mit ihrer faszinierenden Fahrzeug-Vielfalt (Ralt, March, Chevron, Brabham, Lotus u.a.). Die F2 galt stets als Sprungbrett in die Königsklasse. Der Zieleinlauf war in beiden Rennen identisch: Peter Hans (Ralt) vor Robert Simac und Torgny Johansson (beide March). Mit einem gelungenen Mix von Formel-Nachwuchsklassen – F3, VAU, Ford, Renault – begeisterte die „Historic Racecar Association“. Und auch die 1958 als Nachwuchsschmiede gegründete FIA Lurani Trophy sorgte für Stimmung – mit einem stolzen Starterfeld von 33 Fahrzeugen!

Mehr als 40 Fahrzeuge tummelten sich bei der Youngtimer Touring Car Challenge. Drei Rennen gab’s – und stets einen Sieger: Ex-DTM-Teamchef Peter Mücke ließ im Ford Zakspeed Turbo Capri den Gegnern keine Chance. In der „Spezial-Tourenwagen-Trophy“ gingen die Rennsiege an Jürgen Alzen (Ford GT) und Jürgen Bender (Chevrolet Corvette). Mit Spannung erwartet: die Premiere der „Tourenwagen Classics“ im Rahmen der Bosch Hockenheim Historic. Das Feld besteht vor allem aus DTM-Fahrzeugen. Es gewannen als Duo Thorsten Stadler und Jörg Hatscher, Meister und Vizemeister des Vorjahres, in einer Mercedes AMG C-Klasse. Stefan Rupp im traumschönen Alfa 155 V6, den einst Christian Danner pilotierte, wurde Zweiter. Hatscher und Stadler hatten sich zusammengespannt, weil das reguläre Einsatzauto von Stadler – eine ehemalige C-Klasse von Ellen Lohr – wegen Motordefekts ausfiel. Das ist Teamwork à la Klassik-Racing! Liebhaber britischer Fahrzeugkunst kamen gleich zweimal auf ihre Kosten: beim Lotus Cup Europe und der Triumph Competition/British GT. Im Lotus Cup geht es stets engagiert rund, wenn die unterschiedlichsten Lotus-Modelle aufeinandertreffen. Die Verbindung zu Jim Clark, der die Strahlkraft der Marke begründete, liegt auf der Hand.

Bei den Präsentationläufen des Raceclub Germany stachen viele Spyder ins Auge. Zum 50. Firmenjubiläum und 80. Geburtstag des Firmengründers Kurt Brixner reisten 16 Besitzer der in Heilbronn gefertigten Renner nach Hockenheim. Der agile Chef sagte gerührt: „So viele unserer Autos an einem Ort gab’s noch nie.“ Auch der Raceclub Germany powered by FNT servierte Rennwagen-Highlights, wie etwa den F1-Toyota von Timo Glock, den frisch restaurierten 1984er-Williams-Honda von Keke Rosberg sowie den 1997er-Ferrari von Michael Schumacher. Voller Enthusiasmus war der Leiter der Sparte „Bosch Classic“, Fritz Cirener: Als Vertreter des Hauptsponsors und Namensgebers Bosch zeigte er interessierten Gästen persönlich Fahrerlager und Boxen – und führte sie auch zum FNT-Raceclub. „Einige der Kids durften in den F1-Toyota klettern und sich fotografieren lassen“, freute sich Cirener. „So etwas gibt es nirgendwo sonst! Und so wachsen neue Fans heran.“

Moped-Garage, historischer Jahrmarkt, Party: Rabatz auf dem Boxendach

Wie in jedem Jahr wurde auf dem Boxendach alles an weiterer Unterhaltung geboten, was das Herz begehrt: von den kultigen Mofa-Sause-Fahrten der Moped-Garage, die unverkennbar Zweitakt-Duft und Knattern verbreiteten (Norbert Edinger, Inhaber der Moped-Garage: „Hockenheim ist unser traditioneller Start in die Sommersaison“), zig verschiedene Spielangebote für Kinder, Stände mit historischen Devotionalien bis hin zur Party mit Live-Musik am Samstagabend. Entsprechend voll war’s!

FOTOS: 01 Hockenheim Historic - Tourenwagen Revival ; 02 Hockenheim Historic - BOSS GP ; 03 Hockenheim Historic - FIA Lurani Trophy ; 04 Hockenheim Historic - Triumph Comp - British HTGT

05 Hockenheim Historic - Boxengasse ; 06 Hockenheim Historic - Show Lauf ; 07 Hockenheim Historic - CanAm Challenge Cup ; 08 Hockenheim Historic - Historic Formula 2 ; 09 Hockenheim Historic - Raceclub Germany