Fotos und Bericht vom Hockenheimring

Ein Bilderbuch-Wochenende mit Motorsport zum Anfassen

24.700 Zuschauer strömten zur „Hockenheim Historic - In Memory of Jim Clark“ vom 16. bis 18. April 2010 auf dem Hockenheimring und erlebten ein Bilderbuch-Wochenende. Bei strahlendem Sonnenschein jagte ein Highlight das andere. Zehn Rennserien und vier Präsentationsläufe stellten selbst für den erfahrenen Rennleiter Heinz Weber eine Herausforderung dar, die er jedoch mit Bravour meisterte. Der Zeitplan konnte eingehalten werden und die Zuschauer erlebten ein wahres Festival des Motorsports.

Packende Kämpfe lieferten sich die Monoposti der Historic Formula One und der FIA Lurani Trophy, und als die Boliden der FIA Historic Formula One die Start-und-Ziel-Gerade hinunterpreschten, stockte den Zuschauern der Atem. Auch bei den Nachwuchsserien wie der NEC Formula Renault 2.0 und der LO formel lista junior blieben die Zuschauerränge in der Sachs-Kurve voll besetzt. Bei keiner anderen Rennveranstaltung gab es so viele Formelrennwagen aller Kategorien zu erleben. Abgerundet wurden die Formelrennserien durch über 50 Formel V-Boliden, eine ab Mitte der sechziger Jahre weltweit erfolgreiche Rennserie für Monoposti basierend auf VW-Technik, sowie über 40 Fahrzeuge der Race History on Track, einer Demonstration von Grand-Prix-Wagen aus sieben Jahrzehnten. Hier wurde den Zuschauern u.a. das Arrows A22-Team von Harald Fuchs auf Formel 1-Niveau demonstriert.

Das breiteste Spektrum hinter einem Rennserien-Namen verbirgt sich seit genau 40 Jahren hinter der Bezeichnung Interserie. Dieses Jubiläum gehörte zu einem der Highlights des Wochenendes auf dem Hockenheimring. Diese europäische Rennserie wurde im Jahr 1970 als Gegenstück zu der in den USA so beliebten CanAm-Serie aus der Taufe gehoben, eine Serie hauptsächlich für Sport-Prototypen. Zur Hockenheim Historic kamen zu den von der Solitude GmbH organisierten Interserie Revival-Demonstrationsläufen 25 dieser faszinierenden Boliden. Allein vier Porsche 917 und vier Porsche 908 säumten die ersten Startreihen, teilweise besetzt von den Startern von damals wie Kurt Ahrens und David Piper. Aber auch der Interserie-Sieger von 1970, Jürgen Neuhaus, drehte nochmals aktiv am Lenkrad. Das Kremer Racing-Team stellte dem 70-jährigen einen Sportprototyp mit Porsche 956-Triebwerk zur Verfügung. Helmut Bross, Interserie-Sieger von 1977, fuhr einen Brackley LM 3000C, einen Gruppe C-Renner aus dem Jahr 1988. Die Gruppe C-Fahrzeuge waren die letzte Gattung an Rennsportwagen, welche um die Interserie-Meisterschaft fuhren. Heute werden unter dem Namen AvD Interserie/Austria Formel 3 Cup Meisterschaftsläufe überwiegend mit Formelrennwagen ausgetragen.

Publikumsliebling waren auch an diesem Wochenende die Boliden des Orwell SuperSportsCup und die Serie „Kampf der Zwerge“, bei welcher Fahrzeuge mit kleinem Hubraum wie Mini Cooper und Abarth um die Positionen kämpften. Abgerundet wurde das Rennwochenende durch den Yokohama FHR Langstreckencup und die Classic Trophy für GT-Fahrzeuge der Baujahre zwischen 1947 und 1971.

Die Zuschauer konnten in den Boxen hautnah am Geschehen dabei sein, komplizierte Startprozeduren verfolgen, oder den Mechanikern bei Reparaturen über die Schulter schauen. Auch das Clubareal bei der Mercedes-Tribüne wurde sehr gut angenommen. Alle Fahrzeuge hatten in den Mittagpausen und am Samstagabend die Möglichkeit, den Hockenheimring zu befahren und demonstrierten mit Freude Schmuckstücke vom Schlage BMW M1, Chevrolet Corvette und Cobra.

Weitere Highlights: Der 70. Geburtstag des ehemaligen Porsche-Werksfahrers Kurt Ahrens wurde am Sonntagnachmittag mit einer Ehrenparade aller Fahrzeuge, die der sympathische Braunschweiger in seiner Rennkarriere fuhr, gefeiert. Auch in diesem Jahr wurden von 30 Studenten der Designschule Pforzheim, unter Federführung von Prof. James Kelly, die schönsten Rennwagen prämiert. Bei Formelrennwagen gewann Dr. Klaus Lehr mit seinem Maserati 250 F aus dem Jahr 1957. Den schönsten Rennsportwagen brachte Hans Peter Richrath nach Hockenheim, einen Porsche 907 Kurzheck aus dem Jahr 1967.

Alle Rennergebnisse finden Sie unter www.hockenheim-historic.de

Unsere Eindrücke: Die Hockenheim Historic stand an diesem Wochenende unter einem guten Stern, zumindest was das Wetter anging. Bei strahlendem Sonnenschein, blauem Himmel und natürlich angenehmen Temperaturen verfolgten die Fans die einzelnen Rennen.

Den Anfang machten die „Zwerge“. Die kleinen Renntourenwagen der Hubraumklassen von 850, 1000 und 1300 ccm zeigten eindrucksvoll dass Motorsport nicht unbedingt teuer sein muss. Seit mehr als einem Jahrzehnt gehört der „Kampf der Zwerge“ zu einem der teilnehmerstärksten Starterfelder im historischen Motorsport.

In der seit 1970 bestehenden Interserie kann man, wie bei kaum einer Rennserie, auf eine 40 jährige Tradition zurückblicken. Als Gegenstück zur in den USA so beliebten CanAm-Serie konnte man die ehemals stärkste Rennklasse hier bewundern.

Hier sind Fotos aus dem Motodrom

Ein weiteres Highlight sind die Rennwagen der Historic Formula One: Fittipaldi, Rosberg, Piquet, Stewart und natürlich Lauda! Diese Nachnamen sagen eigentlich alles aus. Die Orwell SuperSports Cup Boliden sorgten mit ihren PS- und lautstarken Motoren für weiteres Rennfeeling. In der LO formel lista junior absolvieren die meisten Piloten ein bis zwei Saisons um dann in eine höhere Liga zu wechseln.

Hier sind Fotos dieser verschiedener Modelle

Historic  Formula 2, NEC Formula Renault 2.0 und BOSS GP: vor allem die BOSS GP (Big Open Single Seater) mit einer der absolut schnellsten, lautesten und spektakulärsten Rennserie in Europa hatte es in sich. Hier wurde echtes Formel 1 Feeling vermittelt und wo kann man noch einen Original Benetton von Michael Schumacher sehen?

Hier sind Fotos dieser Legenden

Mit der FIA Lurani Trophy gab es eine echte Reise zurück in die Vergangenheit. Deutsche Fahrer wie Graf Wolfgang von Trips oder Gerhard Mitter und Kurt Ahrens stehen für die Rennwagen der 50er und 60er Jahre. Rollende Zigarren auf vier Rädern. Tolle Duelle und Dreher lieferten sich die Fahrer während wir die Fotos in der Spitzkehre geschossen haben

Fotos aus der Spitzkehre

Die Interserie Revival wurde 1970 bei der großen „Motor-Sport-Freizeit“ Ausstellung in Stuttgart aus der Taufe gehoben. Das erste Rennen fand am 5. Juli 1970 statt. Niki Lauda und Willi Kauhsen starteten in einem Achtzylinder-Porsche 908.

Einige Fotos gibt es hier

Natürlich hatten die Besucher auch die Gelegenheit die Boxengasse und das Fahrerlager zu besuchen. Hier konnte man die Teams beim Schrauben an den Rennwagen zusehen und etwas von der Renntechnik aus der Nähe bewundern. Teilweise standen die Boliden in Einzelteilen vor den Zuschauern. Gut, wer Ohrstöpsel dabei hatte! Dass es auch mal heftig krachen kann zeigen einige Fotos aus der Boxengasse. Wie eine zerfetze Radaufhängung aussieht kann man auf dem Bild recht gut erkennen.

Jedem Motorsportfan kann ich den Besuch solch einer Veranstaltung nur empfehlen. Sei es der Nürburgring – Fotos von mir hier – oder der Hockenheimring, bei diesen Events ist man hautnah dabei. Wenn das Wetter auch noch so super mitspielt (beim Nürburgring stand ich in tiefstem Nebel) dann macht das Ganze doppelt so viel Spaß.

Fotos der Boxengasse und Start/Ziel

Fotos aus dem Fahrerlager

Weitere tolle Fotos von meinem Kollegen Marc Stibbe!

www.marcs-fotohome.de/

Ein FANtastisches Jahr

Der Frühling kommt und bringt die neue Veranstaltungssaison auf dem Hockenheimring so richtig in Fahrt. Nach dem langen Winter freut sich die Hockenheim-Ring GmbH nicht nur über eine eisfreie Strecke, sondern auch über den äußerst rasanten Eventkalender für das Jahr 2010, der in seiner beachtlichen Breite an verschiedenen Veranstaltungen Spannung, Spektakel und Speed in bester Hockenheimring-Tradition verheißt. Ein FANtastisches Jahr liegt vor uns.

Ohne Zweifel wird die Formel 1 auf dem Hockenheimring der absolute Höhepunkt der deutschen Motorsportsaison sein. Sie ist Mythos und Weltereignis zugleich, sie ist unbestritten die Königsklasse aller Rennserien. Und sie ist seit Jahrzehnten untrennbar mit dem Hockenheimring verbunden, denn vor exakt 40 Jahren fand der erste Heim-Grand-Prix auf der badischen Traditionsstrecke statt. Wenn sich beim Großen Preis Santander von Deutschland vom 23. bis 25. Juli 2010 Top-Piloten wie Weltmeister Jenson Button, Shooting-Star Sebastian Vettel, Altmeister Michael Schumacher oder Neuling Nico Hülkenberg mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 330 km/h heiße Duelle liefern, ist Gänsehaut garantiert. Besucher können die Faszination Formel 1 live erleben, und werden den Sound der Motoren, den Jubel der Fans und die einzigartige Atmosphäre im Motodrom nie wieder vergessen.

Vom 16. bis 18. April 2010 verwandeln hunderte historische Automobile den Hockenheimring bei den Hockenheim Historic – In Memory of Jim Clark in ein riesiges Open Air-Museum. Diese Oldtimer-Veranstaltung bietet den perfekten Rahmen, hochkarätigen historischen Motorsport in seiner schönsten Form zu erleben und sich an großartigen Fahrzeugen aus dem In- und Ausland zu erfreuen - eine Zeitreise, die wirklich Spaß macht. Die perfekte Ergänzung hierzu bieten die Hockenheim Classics vom 25. bis 26. September 2010. Das Starterfeld historischer Rennmotorräder, Seitenwagengespanne, GT und Formel Fahrzeuge bei diesem Event ist beeindruckend. Liebhaber historischer Fahrzeuge kommen bei akrobatischen Kurventechniken und Drifts sowie bei spannenden Rennen und Präsentationsläufen voll auf ihre Kosten. Beide Veranstaltungen sind ein absolutes Muss für alle Motorsport-Nostalgiker.

Der große Rennzirkus der Deutschen Tourenwagen Masters hält zum traditionellen Auftakt vom 23. bis 25. April 2010 Einzug ins Motodrom. Zum Saisonbeginn sind die Karten neu gemischt. Wer gewinnt die Champions-Krone der populärsten internationalen Tourenwagenserie der Welt im Jahr 2010? Man darf sich auf ein erstes Kräftemessen der DTM-Teams und der erstklassigen Partnerserien freuen. Das europäische Finale findet vom 15. bis 17. Oktober 2010 ebenfalls in Hockenheim statt und bietet wie gewohnt Motorsport auf höchstem Niveau, Stars zum Anfassen und jede Menge Action auch abseits der Rennstrecke.

Doch das sind längst noch nicht alle Highlights die der Hockenheimring dieses Jahr zu bieten hat. Alle Infos unter: http://www.hockenheimring.net/

Motorsport pur und großes Clubareal

Die Würfel für die „Hockenheim Historic – In Memory of Jim Clark“ sind gefallen. Die nächste Veranstaltung im Gedenken an den Ausnahmefahrer Jim Clark findet vom 16. bis 18. April 2010 (Terminänderungen vorbehalten!) auf dem Hockenheimring statt.

Im April 2010 wird der Weggefährte Clarks, Kurt Ahrens, 70 Jahre alt. Diesen runden Geburtstag nimmt das Organisationsteam unter der Federführung des Badischen Motorsport Clubs (BMC) zum Anlass, für den sympathischen Rennfahrer eine große Ehrenparade zu organisieren, mit allen Fahrzeugen, die der Braunschweiger in seiner beispiellosen Karriere pilotieren durfte. Dies waren Formel Junior-, Formel 3-, Formel 2- und Formel 1-Rennwagen ebenso wie Sportprototypen.

Diese faszinierenden Fahrzeuggattungen bilden bei den Rennen auf dem Hockenheimring vom 16. bis 18. April 2009 auch den Schwerpunkt. Es findet ein Lauf zur „Historic Formula One Championchip“ statt, die Teilnehmer der „Historic Formula 2“ kämpfen genauso um Meisterschaftspunkte wie die Formel-Junior-Fahrer der „FIA Lurani Trophy“, die Piloten der „NEC Formula Renault 2.0“ und der „Historischen Formel V“. Ein eindrucksvolles Spektrum an klassischen Monoposti bringt darüber hinaus die Vereinigung „Race History on Track“ auf die Strecke. Besucher dürfen sich hier auf große Marken wie beispielsweise Brabham, Ferrari, Lotus und March freuen.

Die „Hockenheim Historic – In Memory of Jim Clark“ 2010 werden aber ebenso ein Festival für Sportprototypen. So messen sich die stärksten Rennboliden der Welt beim „Orwell Supersportscup“. Giganten mit über sieben Liter Hubraum und rund 600 PS behaupten sich gegen die wieselflinken Chevron und Lola der Zweiliterklasse.

Das absolute Highlight werden jedoch die Demonstrationsläufe zum 40. Geburtstag der Interserie sein. Die Veranstalter erwarten die Teilnahme von rund 50 Fahrzeugen an den Jubiläumsläufen. Hinzu kommen die ehemaligen Gruppe C-Boliden wie beispielsweise die Porsche 962, die einen Dreifachsieg beim Langstrecken-Klassiker Le Mans herausfuhren und in den achtziger Jahren ebenfalls in der Interserie antraten. Abgerundet wird die Vielfalt der Fahrzeuge durch die aktuelle Interserie, organisiert von Friedrich Dudichum.

Durch die beiden Jubiläen - 70 Jahre Kurt Ahrens und 40 Jahre Interserie - werden die „Hockenheim Historic – In Memory of Jim Clark“ der Treffpunkt von Rennfahrerlegenden in Deutschland im Jahr 2010 sein. Renn-Tourenwagen in allen Hubraumklassen und ein großes Clubareal, in dem unter anderem das Jubiläum „100 Jahre Alfa Romeo“ aufgegriffen wird, runden dieses erstklassige Motorsport-Wochenende auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg ab.

Mehr Informationen zu den „Hockenheim Historic – In Memory of Jim Clark“ finden Sie unter www.hockenheim-historic.de

Sonderlauf zu Ehren von Jochen Rindt

Vor 40 Jahren: Erster großer Preis von Deutschland auf dem Hockenheimring - Jochen Rindt gewinnt auf Lotus und wird dadurch posthum Weltmeister

Am 02. August 1970 wurde der „Große Preis von Deutschland“ erstmals auf dem Hockenheimring ausgetragen. Jacky Ickx stand mit seinem Ferrari auf Pole, musste sich aber Jochen Rindt mit seinem Lotus 72 geschlagen geben. Damit baute Rindt seinen Stand in der Weltmeisterschaft auf 45 Punkte aus – was ihm posthum auch den Titel einbrachte. Jochen Rindt war damit der erste deutschsprachige Formel 1-Champion – ohne diesen Ruhm erleben zu können. Am Nachmittag des 05. Septembers 1970 verunglückte er in der fünften Runde des Anschlusstrainings zum „Großen Preis von Italien“ in Monza tödlich. Seine ungeheure Popularität konnte auch daran fest gemacht werden, dass den nur 28 Jahre alt gewordenen Rennfahrer rund 30.000 Fans auf seinem letzten Weg zum Grazer Zentralfriedhof begleiteten. Wenige Wochen später wurde er posthum zum Weltmeister erklärt. Sein auf dem Hockenheimring herausgefahrener Vorsprung sollte zum späteren Gewinn des Titels genügen.

Jim Clark

James „Jim“ Clark junior, (* 4. März  1936 in Kilmany, Fife, Schottland; † 7. April 1968  in Hockenheim)

Jim Clark gilt bis heute als einer der besten Formel-1-Piloten der Geschichte und wurde zum Vorbild für zahlreiche spätere Weltmeister, darunter Jackie Stewart, Alain Prost und Ayrton Senna. Seine 25 Siege in zur Fahrer-Weltmeisterschaft zählenden Grand Prix stellten bei seinem Tod Formel-1-Rekord dar.

Tödlicher Unfall

Nachdem sein F2-Wagen in der Woche zuvor in Barcelona beschädigt wurde, aber ein Einsatz für Ford beim Sportwagenrennen in Brands Hatch nicht zustande kam, trat er doch auf dem Hockenheimring an, nachdem er am Abend zuvor im Aktuellen Sportstudio interviewt wurde. Im Regen verunglückte der 32-Jährige im für ihn völlig unbedeutenden Formel-2-Rennen tödlich, vermutlich infolge eines schleichenden Plattfußes und Reifenschadens, als er auf der Waldgeraden nach dem Motodrom von der Piste abkam und mit seinem Lotus 48 gegen einen Baum schleuderte. Es gab keinen Augenzeugen, da an dieser Stelle keine Zuschauer standen und die Konkurrenten zu weit hinter Clark waren, der zum Zeitpunkt des Unfalls an für ihn ungewohnter Position im Mittelfeld fuhr. Die von Lotus-Chef Colin Chapman in Auftrag gegebene Untersuchung des Unfalls durch Peter Jowitt, einen auf Unfallermittlungen von Militärflugzeugprototypen spezialisierten Ingenieur, ergab, dass Jim Clark keine Chance hatte. Auf dem Waldboden versuchte er noch mit Maximaldrehzahl das Fahrzeug in eine andere Richtung zu steuern, doch durch die Vielzahl der Bäume fehlte der Platz und es kam zu dem fatalen seitlichen Einschlag. Jowitt kam zu dem Ergebnis, dass ein Reifenschaden ursächlich für das Unglück war. Erst später wurden Leitplanken in Hockenheim aufgestellt, Sicherheitsstreifen angelegt und nahe seiner Unfallstelle eine Bremsschikane errichtet, die Jim-Clark-Schikane genannt wurde. An der Unglücksstelle wurde ein Gedenkstein errichtet, der im Zuge der umfangreichen Umbauarbeiten am Hockenheimring (Verkürzung und geänderte Streckenführung, um weiterhin „Formel-1-tauglich“ zu sein) in Richtung Motodrom versetzt wurde.

Clarks Tod erschütterte den gesamten Rennsport bis in seine Grundfesten und schockierte insbesondere die Fahrerkollegen. Juan Manuel Fangio sagte noch kurz vor seinem Tod im Jahre 1995, dass seiner Meinung nach Jim Clark der mit Abstand größte Fahrer aller Zeiten sei. Bereits in seinem Nachruf auf Clark im April 1968 äußerte er unumwunden: „Er war besser als ich.“ Eine vergleichbare Reaktion gab es lediglich noch einmal in der langen Geschichte der Formel 1, 26 Jahre später mit dem Tod Ayrton Sennas. Jene Jahre des Rennsports waren von einer ganzen Reihe von tödlichen Unfällen in den Topkategorien des Motorsports überschattet: Zwischen 1967 und 1971 kamen Lorenzo Bandini (Ferrari, Monaco), Lucien Bianchi (Alfa Romeo, Le Mans), Mike Spence (Indianapolis), Piers Courage (Zandvoort), Ludovico Scarfiotti (Bergrennen Roßfeld), Bruce McLaren (Goodwood), Jochen Rindt (Monza), Pedro Rodriguez (Norisring) und Jo Siffert (Brands Hatch) in ihren Rennwagen ums Leben.