Bremen Classic Motorshow: Auftakt der Oldtimersaison 2019

Rare Kombi-Klassiker, V8-Movie-Cars, die „Jungen Klassiker“, T3-Camper, US-Bikes des 20. Jahrhunderts sowie Rennräder der 1940- bis 1980er-Jahre – die Organisatoren der Bremen Classic Motorshow haben für die 17. Ausgabe neue Sonderschauen und Handelsplattformen entwickelt. Zur ersten Veranstaltung des Jahres treffen sich Sammler, Händler, Schrauber, Gleichgesinnte und Freunde von Freitag bis Sonntag, 1. bis 3. Februar 2019, in den acht Hallen der Messe Bremen und zelebrieren gemeinsam den Start in die neue Saison.

„An die 650 Aussteller aus elf Nationen präsentieren auf rund 47.000 Quadratmeter vom passenden Ersatzteil bis zum neuen Gefährt alles, was das Herz von Einsteigern, Experten und Enthusiasten begehrt“, sagt Frank Ruge, Projektleiter der Bremer Oldtimermesse. Zwischendurch werde auch noch das ein oder andere „Benzingespräch“ geführt oder Restaurierungstipps ausgetauscht: „Das gehört in Bremen dazu“, so Ruge. Wie auch die rund 100 Automobil- und Zweiradclubs, die den Besuchern mit ihren Präsentationen auf jeder Bremen Classic Motorshow Fahrzeuggeschichte zum Nacherleben bieten. Zum Saisonauftakt 2018 kamen 40.931 Fans von Oldtimern und Jungen Klassikern auf zwei und vier Rädern in die Bremer Messehallen.

"messe bremen/(c) chromjuwelen/ralf becker" 2019 wartet die Sonderschau „Kombi-Nationen“ in Halle 5 mit zwölf Exponaten auf, die die internationale Bandbreite der Kombinationskraftwagen – so die offizielle Bezeichnung – vor Augen führt, darunter Unikate, Exoten und Stilstudien. Ein Highlight: der nur zwölfmal gebaute Aston Martin DB5 Shooting Brake, sozusagen die Kombi-Version von James Bonds legendärem Dienstwagen. Apropos Filmhelden aus Blech: Sechs Repliken berühmter Acht-Zylinder fahren in Halle 6 als „V8-Movie-Stars“ vor. Darunter etwa „Christine“ aus John Carpenters gleichnamigen Horrorfilm, in dem ein 1958er Plymouth Fury in Rage gerät, oder das „Blues Mobil“ aus „Blues Brothers“, ein Dodge Monaco von 1974.

Das automobile Geburtstagskind des Jahres darf auf der Bremen Classic Motorshow 2019 natürlich nicht fehlen. Zum 40. räumen Frank Ruge und sein Team dem T3 von Volkswagen eine Extrafläche frei. In der Ausstellung in Halle 4 stehen sechs T3-Modelle zum Verkauf. Das Highlight: ein schwimmfähiger T3-Bus. Worauf Einsteiger beim Kauf achten sollten, erklärt Dirk Klöß, einer der bekanntesten T3-Restauratoren Deutschlands, anhand eines T3-Jokers.

Die glanzvollen frühen Jahre der US-amerikanischen Motorradindustrie rückt die Zweirad-Sonderschau in Halle 1 ins richtige Licht. Die rund 20 US-Bikes offenbaren Innovationen und Kreativität der Maschinenbauer aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Interessierte, die mehr über die Entwicklung des Rennrads erfahren möchte, sind im Foyer der Halle 1 genau richtig.

Außerdem bei der Bremen Classic Motorshow: Die internationale Verkaufsausstellung von Oldtimern in den Hallen 4, 5 und 6, auf der Besucher das passende Gefährt für die kommende Saison erstehen können. Erneut in Halle 6 zu finden sind die „Jungen Klassiker“ – vom TÜV Rheinland begutachtete Modelle der 1960er bis 1990er. Ein weiteres Ziel für Jäger und Sammler: die Fahrzeugbörse im Parkhaus, wo zahlreiche Oldies und Youngtimer von Privat zu erwerben sind. Angebote für Zweiradfans gibt es in der Halle 1. Der Teilemarkt in den Hallen 7 und 8 bietet Ersatzteile und Zubehör.

Die Bremen Classic Motorshow findet statt von Freitag bis Sonntag, 1. bis 3. Februar 2019, in allen Hallen der Messe Bremen sowie der mobilen Halle 8. Die Hallen sind von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Die Tageskarte kostet 16 Euro.

Zwei Kombi-Klassikern wird roter Teppich ausgerollt

"messe bremen/seekamp stefan vorbröcker" Bremen Classic Motorshow 2019 zeigt Exoten, Stilstudien und Unikate

Kombis galten in automobilen Modellfamilien lange als leidenschaftslose Nutztiere, wurden vernachlässigt, verschlissen, vergessen. Und blieben die schwarzen Schafe, als ihre Geschwister mit Limousinen-, Coupé- und Cabrio-Karosserien längst als umsorgte Oldies Karriere machten. Heute, da ihre Überlebensquote nahe null liegt, hat die Szene endlich ihre Reize entdeckt: maximaler Raritätenstatus bei höchstem Nutzwert – eine Kombination, die manchem Kombi-Klassiker inzwischen die höchste Begehrlichkeit aller Modellversionen beschert. Aber auch ein guter Grund, der von Liebhabern neu entdeckten Spezies den roten Teppich auszurollen: auf der kommenden Bremen Classic Motorshow von Freitag bis Sonntag, 1. bis 3. Februar 2019, in der Messe Bremen, und zwar im Rahmen der traditionellen Sonderschau. „Deren Highlight ist diesmal der nur zwölfmal gebaute Aston Martin DB5 Shooting Brake, sozusagen die Kombi-Version von James Bonds legendärem Dienstwagen“, sagt Frank Ruge, Projektleiter der Bremen Classic Motorshow.

In Fankreisen war das Interesse an der praktischen Wagenklasse jahrzehntelang so gering, dass noch immer wenig bekannt ist, wofür ihr Gattungsbegriff überhaupt steht: Kombi ist das Kurzwort für Kombinationskraftwagen. Wobei die Betonung auf „Nation“ liegt, wenn es um den Einsatzzweck dieser Synthesen aus Personen- und Lastautos geht. Denn die Kombi-Kultur war in den einzelnen Ländern einst so unterschiedlich wie deren Sprachen und Währungen. In der Bremer Sonderschau „Kombi-Nationen“ wird die unglaubliche internationale Bandbreite an Kombi-Karossen erstmals zu bestaunen sein.

In Deutschland, wo man ursprünglich auch vom „Caravan“ sprach, war der Kombi lange Handwerkern und Kleingewerben vorbehalten. Erst ab den 1960er-Jahren entdeckten wir den Kombi allmählich als Familien- und Ferienlaster. Wobei diese Evolution viel später, nämlich ab 1978, mit Mercedes-Benz’ T-Modell aus Bremer Fertigung richtig Fahrt aufnahm.

Jenseits des Atlantiks, in den USA, hatte der „Station Wagon“ hingegen von vornherein einzig familiäre Transportaufgaben. In Frankreich und Italien wiederum pflegten zivile und dienstliche Kastenheck-Klassiker stets eine ausgeglichene Koexistenz, die sich in Modellnamen à la „Familiale“ einerseits und „Commerciale“ beziehungsweise „Giardiniera“ andererseits wiederfand. Letzterer Begriff bedeutet „Gärtnerin“, womit die Hauptzielgruppe italienischer Nutz-Kombis definiert war.

Und die Briten? Die sprachen vom „Estate Car“, dem Edelfrachter für den gediegenen Landsitz. Eine skurrile Ausnahme bildeten die „Shooting Brakes“: Sportwagen, mit denen sich dank Kombi-Umbau das erlegte Wild stilsicher abkarren ließ – wie der eingangs erwähnte Aston Martin DB5 Shooting Brake als einsame Krönung dieser Subspezies. Dazu wird die Sonderausstellung weitere zehn faszinierende Kombi-Klassiker umfassen, darunter auch solche, die selbst versierten Kennern der Materie bislang unbekannt sein dürften. Diese Exoten, Stilstudien und Unikate tragen auf eindrucksvolle Weise dazu bei, dass die Besucher der 17. Bremen Classic Motorshow alte Kombis mit ganz neuen Augen sehen werden.

Charakterstücke auf der Bremen Classic Motorshow

"messe bremen/lukasz krotkiewicz" Motorrad-Sonderschau 2019 zeigt US-Bikes des 20. Jahrhunderts

Diese Maschinen sind anders: Schwer, lang, bullig und chromblitzend erscheinen sie in unserer Phantasie. Auch Tradition spielt bei US-amerikanischen Motorrädern eine Rolle, immerhin ist die Marke Harley-Davidson nun seit 115 Jahren am Markt. Aber sind US-Bikes tatsächlich so oder stellen wir uns das nur vor? „Unsere Sonderschau ‚Das Jahrhundert der Coolness – US-amerikanische Motorräder aus 100 Jahren’ soll Antworten geben, unterhalten und Ausnahmen von den Regeln zeigen“, sagt Frank Ruge, Projektleiter der Bremen Classic Motorshow. Rund zwei Dutzend Charakterbikes offenbaren von Freitag bis Sonntag, 1. bis 3. Februar 2019, in der Messe Bremen die Vielfalt der US-amerikanischen Motorradindustrie.

Die Marken Harley-Davidson und Indian dominierten einst die US-Szene. Neben Exponaten der beiden großen und prägenden Marken illustrieren in Bremen auch faszinierende Maschinen anderer Hersteller, die hierzulande wenig bekannt wurden, das „Jahrhundert der Coolness“.

Die USA sind das Land der großen Dimensionen und der weiten Wege. Daher mussten die Maschinen von Anfang an auch lange Strecken problemlos zurücklegen können. So wurden die Einzylinder der Urzeit zu Zweizylindern: Durch die Form der Rahmen und den Wunsch nach einem kompakten Kurbelhaus entstanden die klassischen V2 als naheliegende Bauart. Da Kraftstoffe billig waren und fiskalische Hemmnisse wie die europäische Hubraumsteuer nicht existierten, war das große Motorrad gesetzt.

Die US-Marke Indian Motocycle Co. in Springfield war bis in die 20er-Jahre das größte und innovativste Motorradwerk der Welt. Die Indian Twin von 1913 zeigt das überdeutlich. Konkurrent Harley-Davidson Motor Co. (H-D) sollte mit den „E“-Modellen bald danach mächtig in Fahrt kommen und nicht nur bei den legendären Cannonball-Rennen quer durch die USA Indian überflügeln. Das Modell 10E von 1914 ist in Bremen gleich doppelt vertreten: im Cannonball-Renntrimm und im Concours-Zustand.

Im Unterschied zu Europa waren in den USA seit den 20er-Jahren Automobile für viele Menschen erschwinglich. Das stellte die Hersteller vor die Aufgabe, faszinierende Bikes für echte Fans und robuste Maschinen für Behörden zu bauen. Nach dem Ersten Weltkrieg ergänzten Reihenvierzylinder das Angebot der US-Marken. Die „Fours“ von Ace, Indian und Henderson boten Laufkultur und Durchzug à la PKW verbunden mit der üppigen Kraftentfaltung eines großen Motorrades. In Bremen dabei sind: eine Indian Ace von 1928, eine Henderson KJ von 1930 und eine Indian Four Upside-down von 1937.

Schon in den späten 20er-Jahren jagten daher Cops auf US-Bikes Temposünder, jugendliche Sportler maßen sich an Berghängen oder auf Aschenbahnen, während Motorradclubs mit ihren US-Maschinen auf Tour gingen. So wurden die typischen V-Twins immer besser: Die rasante H-D Knucklehead etwa bereichert die Sonderschau, weil sie ab 1937 nicht nur der Indian Big Chief, sondern auch der Konkurrenz weltweit davonfuhr.

Als in den 50er-Jahren die Briten und seit Mitte der 60er die japanischen Marken den US-Markt eroberten, blieb nur Harley-Davidson. Mit neuen Baureihen sollten junge Kunden kommen. Zum Trendsetter wurde H-D mit serienmäßigen Custom-Bikes: mit an den Film „Easy Rider“ angelehnten Choppern und Low Ridern. Vorbild für andere Hersteller waren zwei Schmuckstücke der 17. Bremen Classic Motorshow: die flotte Sportster und die souveräne Electra-Glide. Gern nachgeahmt wurde aber auch das erste Custom-Bike, die Super Glide. Fazit: Die Company kam sicher ins dritte Jahrtausend.